Bei Einbrüchen verschaffen sich Täter häufig über die Fenster Zugang in die Wohnung beziehungsweise das Haus. Dies liegt vor allem daran, dass sich Fenster, sofern keine zusätzlichen Schutzvorrichtungen angebracht sind, oft innerhalb von Minuten öffnen lassen. Fenster aus den 80er Jahren oder älter widerstehen sogar nur für wenige Sekunden einem Aufbruchversuch. Hierfür ist nicht einmal spezielles Werkzeug erforderlich, schon ein grösserer Schraubendreher reicht aus um ein solches Fenster aus seiner Verankerung zu hebeln. Dieses Aufhebeln oder Aufbrechen verursacht kaum Lärm und erregt daher keine Aufmerksamkeit.

Wenn Sie Ihr Zuhause sicherer machen möchten, sollten Sie deshalb vor allem an die Fenster im Erdgeschoss und die Balkon- beziehungsweise Terrassentüren denken, die im Unterschied zu Haus- und Wohnungstüren in der Regel nicht mit Schlössern ausgestattet sind. Bei ihnen haben schon kleine und preisgünstige Optimierungsmaßnahmen einen großen Effekt. Es geht darum, die Widerstandzeit zu erhöhen. Denn laut Polizei geben potentielle Einbrecher spätestens nach fünf Minuten auf, wenn sie sich bis dahin keinen Zutritt in die Wohnräume verschaffen konnten.

Fenstertypen und ihre Besonderheiten

Einbruchhemmende Beschläge und abschließbare Griffe für Fenster

Im Bereich der Fenster gibt es viele Möglichkeiten, für einen besseren Einbruchschutz zu sorgen. Besonders effektiv ist natürlich ein Gitter, das vor dem Fenster angebracht wird. Es kommt aus optischen Gründen jedoch meist nur bei Kellerfenstern zum Einsatz. Alle anderen Fenster lassen sich mit einbruchhemmenden Beschlägen wie einer Pilzkopfverriegelung und abschließbaren Griffen sichern. Solche Beschläge und Griffe können Sie auch nachträglich anbringen lassen, denn die häufig verwendeten Einhand-Drehkippbeschläge bieten keinen ausreichenden Schutz.

Mehr zu sicheren Beschlägen

Mit einer einbruchhemmenden Verglasung für mehr Sicherheit sorgen

Das Einschlagen der Scheibe ist zwar eine relativ laute, aber dennoch einfache Art, sich Zutritt in ein Gebäude zu verschaffen. Dies ist bei den üblichen Isolierverglasungen problemlos möglich. Wenn Sie potentiellen Einbrechern das Leben möglichst schwer machen möchten, ist daher eine einbruchhemmende Verglasung zu empfehlen, deren Montage nicht zwangsläufig mit einem Austausch der Fenster verknüpft sein muss. Sie können auch nur das Glas austauschen lassen. Bei den einbruchhemmenden Verglasungen haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Widerstandsklassen, die in der DIN EN 356 definiert sind.

Verbundsicherheitsglas bietet zwar nicht so einen guten Schutz wie eine einbruchhemmende Verglasung, kann jedoch eine Alternative sein. Solch eine Scheibe zerfällt bei einem Bruch nicht in Stücke, sodass der Einstieg über ein Fenster zumindest erschwert wird. Sicherheitsfolien können Sie übrigens auch nachträglich auf herkömmlichen Fensterscheiben anbringen lassen. Sie sind daher eine besonders günstige Möglichkeit, für einen verbesserten Einbruchschutz zu sorgen.

Glassicherung - was ist sinnvoll?
  • Verriegelung durch einfaches Drücken ohne Schlüssel
  • Für die meisten Fenstertypen universell passend und leicht austauschbar.
  • Geschlossen und gekippt verriegelbar
  • Nach DIN 18267 Klasse 2 mit 200Nm Abdreh- und Abreißfestigkeit
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Wie schützt man sich? Das sagt ein ehemaliger Einbrecher.

Ein "Profi" berichtet, wie man sich trotz Sicherheitssystemen Zugang zu Häusern oder Wohnung verschafft - und wie man sich davor schützen kann.

 


Einbruchschutz für den Rahmen und die Rollläden

Ebenso wichtig wie das Glas ist ein stabiler Rahmen, der idealerweise aus Aluminium besteht oder zumindest mit Aluminium verstärkt ist. In diesem Fall leistet er einen sehr viel größeren Widerstand als ein Fensterrahmen aus Holz oder Kunststoff. Voraussetzung für einen guten Schutz ist jedoch, dass der Rahmen fachgerecht montiert und fest mit dem Mauerwerk verbunden ist. Auch heruntergelassene Rollläden halten Einbrecher fern. Bei ihnen können Sie mit zusätzlichen Sicherungen verhindern, dass sie von außen hochgeschoben werden.

Rolläden sicherer machen

Bei der Renovierung einbruchhemmende Fenster kaufen

Steht ohnehin ein Austausch der Fenster an, wählen Sie am besten Produkte mit einem guten Einbruchschutz. In der DIN EN 1627 sind sechs verschiedene Widerstandsklassen definiert, die bestenfalls sogar Einbrechern standhalten, die sich mit Elektrogeräten wie Bohrmaschinen und Stichsägen Zutritt verschaffen.

Zu den Widerstandsklassen

Weitere Tipps zur Verbesserung des Einbruchschutzes bei Fenstern

All die vielen technischen Möglichkeiten nützen jedoch nichts oder nur wenig, wenn Sie nicht sämtliche Fenster beim Verlassen des Hauses schließen. Verschieben Sie das Lüften deshalb besser auf einen späteren Zeitpunkt und lassen Sie keines der Fenster auf Kipp stehen. Sehr hilfreich sind außerdem Leuchten, die sich über einen Bewegungsmelder automatisch einschalten, denn Einbrecher meiden gut beleuchtete Stellen. Bevor Sie sich für die ein oder andere Maßnahme entscheiden, sollten Sie jedoch einen Blick auf die Internetseite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) werfen. Sie fördert den Einbau einbruchhemmender Fenster und die Nachrüstung von vorhandenen Fenstern mit verschiedenen Programmen. Dadurch erleichtert die KfW Ihnen die Finanzierung.

KfW Förderung

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